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- KOMPAN Play Institute - Kann Spiel gemessen werden?
| Kann Spiel gemessen werden? Von Jeanette Fich Jespersen, cand.mag, Leiterin des KOMPAN Play Institute Heute ist es möglich, fast alles zu messen und zu kontrollieren: Die Menge Wasser in Flüssen, das gesammelte Wissen in einer Firma, die Anzahl der Hirnzellen in einem durchschnittlichen Menschen. Die Möglichkeiten zu messen sind unendlich! Die Fähigkeit zu messen gibt uns das Gefühl, die Dinge unter Kontrolle zu haben und damit geht es uns richtig gut. Vielleicht bringen uns Kinder gerade deshalb zum Lachen: Sie sind nämlich immer dazu in der Lage uns mit ihrem Benehmen und ihren offenherzigen Fragen zu überraschen. Sie bemerken Details, die wir ignorieren und ihre Offenheit macht sie kreativ auf eine Art und Weise, die wir Erwachsenen schon lange vergessen haben. Kinder erinnern uns mit anderen Worten daran, dass das Leben in einem gewissen Grad immer noch wunderbar und unkontrollierbar ist. Das nicht vorhersehbare und manchmal rebellische Benehmen unserer Kinder, macht uns gelegentlich Sorgen, wenn wir einen Spielplatz planen sollen, denn wie können wir sicher sein, dass die Spielgeräte und die Spielplätze die Kinder ausreichend stimulieren und herausfordern? Neben der Tatsache, dass wir den Sicherheitsanforderungen gerecht werden, fragen wir uns, ob unsere Spielplätze Aktivitäten für die Anzahl Kinder, mit denen wir gerechnet haben, anbieten? Die Sache ist die, dass Spielgeräte und Spielplätze bis ins kleinste Detail geplant und eingerichtet werden können: Wir können voraussagen, womit die Kinder vorzugsweise zuerst spielen werden und womit sie am meisten spielen werden. Wir können Spielgeräte und Spielplätze schaffen, die genau das anbieten, was die meisten Kinder einer bestimmten Altersgruppe für ihre Entwicklung brauchen. Wir können innovative Spielgeräte entwerfen, die sich mit dem Kind „entwickeln” und neue Spielaktivitäten entsprechend der Altersentwicklung des Kindes anbieten. Wir können die Rahmenbedingungen für einen Spielplatz planerisch vorsehen, der unsere Kinder physisch, sozial, emotional, intellektuell und kreativ stimuliert. Wir können jedoch nicht voraussehen, wann das Spiel beginnt, wie viele Kinder daran teilnehmen und wie lange. Wir können auch nicht voraussehen, was die Kinder spielen werden – ist das Sitzen auf einer Treppe auf einem Spielgerät ein Teil des Spiels? Das kann es leicht sein, denn das Spiel ist im Kind und nicht im Spielgerät! Wenn das Spielgerät ein innovatives Design hat, wird es natürlich die Landschaft schmücken und vielleicht sogar an eine Skulptur erinnern, wenn keine Kinder darauf sind, aber die Funktion im Spielgerät existiert nicht, solange nicht ein Kind dort zu spielen beginnt. Die Interaktion zwischen dem Kind und dem Spielgerät kann alles sein: Vom Berühren einer Stufe bis hin zum Klettern oder Rutschen. Die Rutsche und das Rutschen an sich sind tatsächlich ein gutes Beispiel für eine Spielaktivität. Wenn man eine normale Rutsche betrachtet, wie viele Spielaktivitäten wird es dort typischerweise geben? Wenn es eine gute Rutsche ist, dann nehmen wir an, dass dort drei (Spielaktivitäten) gibt: Die erste ist rutschen, die zweite ist die Treppe hinauf zur Rutsche und die letzte kann der Raum unterhalb der Rutsche sein. Wenn wir uns dann auf die Rutschaktivitäten konzentrieren, dann ist es nicht fair dies nur als eine Spielaktivität für das Kind zu bezeichnen. Denn gerade weil das Spiel im Kind ist, ist die Anzahl der Spielaktivitäten unendlich. Physisch: Das Kind kann die Rutsche hinaufkraxeln. Sozial: Das Kind kann zusammen mit einem Freund rutschen. Intellektuell: Das Kind kann damit experimentieren die Geschwindigkeit auf der Rutschfahrt zu kontrollieren indem es sich an der Kante festhält und wieder los lässt. Emotional: Das Kind kann das Kribbeln im Bauch fühlen, wenn die Kante losgelassen wird und die Schwerkraft die Geschwindigkeit bestimmt. Kreativ: Das Kind kann sich vorstellen, dass die Rutsche Supermanns Auto ist, eine gefährliche Schlange oder vielleicht ein gemütliches Treppenhaus in dem die Kinder wohnen, weil sie keine Eltern haben. Die lebendige Phantasie unserer Kinder macht die Spielmöglichkeiten unendlich! Die Spielaktivitäten an einem Spielgerät können also nicht gezählt werden. Wenn man einen Spielplatz plant, kann man eine Vorstellung davon haben, wie viele Kinder zum Beispiel auf den Spielgeräten sitzen können, aber man kann nicht die Zahl der tatsächlich stehenden, hopsenden oder liegenden Kinder vorhersehen. Es sind nur die Kinder und ihre immer lebendige Phantasie, die das bestimmen! |



